Copart: Schrott zu Gold


"Erwirb einen Doktortitel in gesundem Menschenverstand"
– Willis Johnson, Gründer von Copart
arvy's teaser: Vom Tellerwäscher zum Milliardär. Willis Johnson, ein talentierter Fanatiker und Gründer von Copart, verwandelte einen einzigen Schrottplatz in ein 47-Milliarden-Dollar-Imperium. Sein gesunder Menschenverstand und sein unnachgiebiger Fokus auf Innovation und Kundenservice haben Copart zum Marktführer bei Online-Fahrzeugauktionen gemacht.
Schrottautos.
Hast du in diesem Zusammenhang schon einmal über ein Geschäftsmodell nachgedacht?
1982 beschloss Willis Johnson, dass dies eine gute Idee sei, und begann mit einem einzigen Schrottplatz in Kalifornien.
Vier Jahrzehnte später ist sein Unternehmen Copart der Marktführer bei Online-Fahrzeugauktionen. Das Unternehmen kauft und verkauft Gebraucht- und Schrottfahrzeuge. Jeden Tag stellt Copart mehr als 175.000 Fahrzeuge von über 200 Schrottplätzen zur Versteigerung bereit, und alle fünf Sekunden wird ein Auto in über 190 Länder verkauft. Das Unternehmen ist nicht nur immer noch in den Händen des Gründers selbst, sondern befindet sich auch seit Jahren in Familienbesitz.
Charlie Munger sagte einmal über Johnson, er sei nichts weniger als, rate mal?
Ein "talentierter Fanatiker".
Chart 1: Copart-Gründer Willis Johnson mit dem CEO und Schwiegersohn Jay Adair

Source: Quartr
Gründergeführtes Unternehmen
Von Gründern geführte Unternehmen bieten ein grosses Potenzial für eine bedeutende Erfolgsgeschichte (Chart 2).
Die Geschichte von Willis Johnson und seinem Unternehmen Copart sollte jeder Unternehmer auf dem Schirm haben. Ein aufstrebender junger amerikanischer Geschäftsmann, der vom Tellerwäscher zum Milliardär wurde.
Er ist ein kluger Kopf - untermauert von seinen klaren Worten, dass man einen Doktortitel in gesundem Menschenverstand erwerben sollte - und angetrieben von einem Feuer in seinen Augen, das sich nicht scheut, neue Technologien zu nutzen, wenn sie grössere Effizienz und besseren Kundenservice bedeuten. Er kopierte schamlos Ideen von überall her: von Konkurrenten, anderen Branchen und sogar aus Disneyland. Letztendlich verwandelte er einen kleinen Schrottplatz in ein 47-Milliarden-Dollar-Imperium.
Er schrieb darüber sogar ein Buch mit dem Titel "Junk to Gold" (nochmals Chart 2).
Der Inbegriff eines Gründers.
Heute besitzt Willis immer noch 5,7% des Unternehmens, und sein Schwiegersohn Jay hält 3,4%. Am wichtigsten ist, dass seine konsequente Führung und sein langfristiger Fokus eine Schlüsselrolle für den Erfolg von Copart seit der Gründung im Jahr 1982 gespielt haben.
Warum?
Wir können es auf die Art und Weise zurückführen, wie der Gründer das Unternehmen von innen nach aussen aufgebaut hat. Die DNA. Sie wirkt sich auf alles aus. Sie wird den Erfolg des Unternehmens aussen hin für eine lange Zeit beeinflussen.
Chart 2: Gründergeführte Unternehmen schneiden besser ab als der Rest (ggü. S&P 500)

Source: Bain & Company, Harvard Business Review, Copart (book)
Marktführer in einem Duopol
Denk an AutoScout24. Es ist selbstverständlich, dass du dir auf einer Website Bilder und Details von Autos ansiehst, um eines zu kaufen.
Das war vor 40 Jahren noch nicht der Fall.
Einer der Hauptgründe, warum Copart anfangs schnell Marktanteile gewann und so erfolgreich wurde, war die frühe Adoption des Internets und der Technologie neben dem Kundenservice.
Kaum zu glauben, dass sie die erste Autoauktionsseite mit Bildern waren!
Johnson wollte den Kauf und Verkauf von Autos schneller und effizienter machen. Das heisst, man braucht Bilder und Details, anstatt zu einem Schrottplatz zu gehen, Eintritt zu zahlen und stundenlang zu laufen, ganz zu schweigen von der Verpflegung dort.
Jetzt weisst du auch, was er sich damals in den 80er Jahren von Disneyland abgeschaut hat. Er hat im Grunde genommen Geschäftsbereiche (Eintrittspreise, Restaurants und Geschenkeläden) um sein Hauptgeschäft herum geschaffen.
Gesunder Menschenverstand, nicht wahr?
Heute ist Copart der grösste Marktplatz seiner Art in der Welt mit einem Marktanteil von 43% in den USA. Sein nächster Konkurrent IAA (ein Privatunternehmen) hat einen Anteil von 40%.
Zusammen bilden sie ein Duopol.
Wie machen sie Geld?
Chart 3: Copart’s Marketplace

Source: Quartr
All-inclusive
Das amerikanische Unternehmen verdient sein Geld mit Gebühren, die sowohl von Käufern als auch von Verkäufern erhoben werden, die an seinen Online-Auktionen teilnehmen (Chart 3):
Schrott zu Gold zu verwandeln, klingt plötzlich interessant, nicht wahr? Aber wie können die Kunden mit solchen Gebühren bei Laune gehalten werden?
Copart bietet nicht nur einen digitalen Marktplatz, sondern übernimmt auch alles, was mit der Transaktion zusammenhängt. Es ist wie ein All-Inclusive-Wellness-Hotel, in dem man sich um nichts mehr zu sorgen braucht.
Der Gründer und seine Familie werden sich um alles kümmern.
Letztlich dreht sich alles um Effizienz und Kundenservice.
Chart 4: Copart über 10 Jahre

Source: TradingView