Domino’s Pizza & Marriott: Patentrezept «Asset-Light»


"Konzentriert euch auf Unternehmen, die schnell skalieren können, ohne durch hohe Infrastrukturkosten belastet zu werden"
– Peter Thiel, Gründer von PayPal und Facebook-Investor der ersten Stunde
arvy's Teaser: Asset-Light-Geschäftsmodelle durch die Brille erfolgreicher Franchise-Unternehmen wie Marriott und Domino's Pizza. Ihre Strategien, von der Nutzung der Markenreputation bis zur Förderung des Unternehmertums, treiben ihr nachhaltiges Wachstum durch Einfachheit, Skalierbarkeit und Widerstandsfähigkeit voran.
Asset-Light.
Ein Minimum an materiellen Vermögenswerten in Bezug auf die eigene Tätigkeit zu besitzen.
Das war in den letzten Jahrzehnten das Gebot der Stunde angesichts der immer rasanteren Innovation, die uns umgibt. Die Idee dahinter ist einfach. Anstatt in grossem Umfang in materielle Vermögenswerte wie Immobilien, Fabriken oder Ausrüstung zu investieren, liegt der Schwerpunkt auf der Nutzung immaterieller Vermögenswerte wie geistiges Eigentum, Marken und Netzwerke (Chart 1).
Dieser Ansatz bietet eine Reihe von Vorteilen wie Skalierbarkeit, Flexibilität, Kapitaleffizienz und - als ob das alles noch nicht genug wäre - ein geringeres Risiko. Asset-Light-Branchen sind attraktiv, weil sie wenig Kapital für das Umsatzwachstum benötigen und man schnell hohe Gewinnspannen erzielen kann.
Es gibt ein überaus leistungsfähiges Asset-Light-Geschäftsmodell, das sich in vielen Erfolgsgeschichten widerspiegelt.
Das Patentrezept?
Franchising.
Chart 1: Asset-Light-Geschäftsmodelle haben sich besser entwickelt als kapitalintensive Branchen

Source: Goldman Sachs
Franchise-Modell
Franchising ist eine unterschätzte Strategie für den Aufbau erstaunlich cash-generierender Unternehmen und für die Suche nach einer "Good Story".
Warum?
Weil du auf etwas aufbauen kannst, das bereits funktioniert. Du musst nicht:
Dein Ausgangspunkt ist viel weniger riskant als die Verwirklichung deiner eigenen Idee (Chart 2).
Franchising ist eine geschäftliche Vereinbarung, bei der eine Partei (der Franchisegeber) einer anderen Partei (dem Franchisenehmer) das Recht einräumt, ihre Marke, ihre Warenzeichen und ihr Geschäftsmodell gegen Lizenzgebühren zu nutzen. Franchising ist eine beliebte Strategie für expandierende Unternehmen, da es ein schnelles Wachstum ermöglicht, ohne dass der Franchisegeber erhebliche Kapitalinvestitionen tätigen muss.
Die Vorteile:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Asset-Light-Geschäftsmodelle und Franchising Unternehmen effiziente Möglichkeiten bieten, zu wachsen, zu skalieren und ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, was sie zu attraktiven Investitionen für qualitätsorientierte Investoren macht.
Kommen wir nun von der Theorie zur Praxis.
Chart 2: Unternehmensinsolvenzen nach Jahren

Source: BLS
Amerikanischer Traum
Beispiele für erfolgreiche Franchiseunternehmen sind McDonald's, Marriott, Domino's Pizza, Subway und Starbucks, die über ihre Franchisenetzwerke weltweit expandieren konnten.
In der Schweiz? Du kannst deinen eigenen migrolino-Shop haben.
Schauen wir uns Hotels und Pizzerien an, um ein Gefühl für das Geschäft zu bekommen:
Das Franchise-Modell von Domino's in den USA ist bemerkenswert. Die Anfangsinvestition, die du tätigen musst, beträgt 400.000 USD. Dem gegenüber steht der durchschnittliche Gewinn vor Steuern einer Filiale von 160.000 USD. Einfaches Rechnen: 400.000/160.000 = 2,5 Jahre bis zur Gewinnschwelle.
Kaum ein anderes Konzept ermöglicht es, die Investitionskosten so schnell zu amortisieren. Das Unglaubliche daran?
Die 7.000 Standorte in den USA werden von rund 730 Franchisenehmern betrieben, von denen fast alle als Pizzaboten angefangen und sich dann hochgearbeitet haben (Chart 3).
Das nenne ich den amerikanischen Traum.
Chart 3: Domino's Pizza Franchisenehmer

Source: Domino’s Pizza, Q3 2023 report
Eat, Sleep, Franchise, Repeat
Sowohl Domino's Pizza als auch Marriott International beherrschen die Kunst des Franchisings. Ihr Vorsprung wird durch ihre kontinuierliche geografische Expansion und die ständige Optimierung ihres eigenen Geschäfts untermauert (Chart 4).
Obwohl das eine Geschäftsmodell Pizzen verkauft und das andere Übernachtungen anbietet, legen beide einen starken Fokus auf die beste operative Effizienz in ihrem jeweiligen Sektor. Dies spiegelt sich sowohl auf der Rentabilitätsseite als auch in ihren technologischen Bemühungen wider. Domino's hat seine Streckendichte perfektioniert (schnelle Lieferung für hungrige Kunden) und betreibt die berühmte Pizza-Tracking-App (Kundenzufriedenheit durch klares Wissen, wann das Essen eintrifft), während Marriott über die branchenweit grösste Treue-Mitgliedschaft (200 Millionen Menschen) verfügt, die für 60% der Direktbuchungen (höchste Gewinnspanne) über ihre kostengünstige App verantwortlich ist.
Beide arbeiten mit einem hohen Anteil an wiederkehrenden Franchisegebühren, einem durch Dritte - Franchisenehmer - finanzierten Wachstum und theoretisch unbegrenzten Kapitalrenditen.
Ihr Geschäftsmodell ist einfach.
Eat, Sleep, Franchise.
Repeat.
Chart 4: Domino's Pizza und Marriott International über zehn Jahre

Source: TradingView