Constellation Software: Skin in the Game


„Unsere liebsten und häufigsten Akquisitionen sind die Unternehmen, die wir von Gründern kaufen“
– Mark Leonard
VMS.
Vertical Market Software.
Schon mal davon gehört? Vertikale Marktsoftware oder VMS ist branchenspezifische Software. Das heisst, sie befasst sich nur mit einigen wenigen und spezifischen Bereichen auf dem Markt. Es geht um die Entwicklung von Anwendungen für eine Nischenbranche. Darüber hinaus gibt es fast keine oder nur eine begrenzte Verwendung in anderen Märkten.
Ein Beispiel?
Software für Bowlingbahnen. Oder ein Softwaresystem für einen Vergnügungspark zur Anzeige von Warteschlangen.
VMS ist langlebig, unternehmenskritisch und sehr lukrativ.
Sie profitiert vom Burggraben der "effizienten Skalierung" aufgrund eines begrenzten Anbieterpools in Nischenmärkten, was noch dazu niedrige Kündigungsraten gewährleistet. Es ist langlebig, weil die Anwendungen für den täglichen Betrieb des Kunden entscheidend sind. Die Software erfordert nur geringe Reinvestitionen und erzeugt hohe und vorhersehbare Cashflows. Und schliesslich wird VMS oft von Menschen erfunden, die harte Arbeit, Aufopferung und Emotionen in ihr Produkt stecken, und nicht von grossen Konzernen, weil die Zielmärkte klein sind.
Hier kommt der Zauberer von VMS ins Spiel.
Sein Ruf in diesem Bereich ist tadellos.
Mark Leonard.
Chart 1: Mark Leonard, Geschäftsführer und Gründer von Constellation Software

Gründergeführt
Die Geschichte von ihm und seinem Unternehmen, Constellation Software (CSU), sollte jeder Unternehmer auf dem Radar haben.
Die Firma wurde 1996 gegründet. Marks Weg zum Aufbau von CSU begann mit einer Erkenntnis während seiner 11-jährigen Tätigkeit als Venture Capitalist: Er wollte etwas Dauerhaftes aufbauen.
Anstatt sich auf das grosse Geld und das nächste Einhorn zu konzentrieren, suchte er nach den kleinen Krümeln. Er gründete ein Unternehmen, das kleine VMS-Unternehmen aufkauft und für immer behält.
Ein Buy-and-Build-Ansatz.
Seine Erfolgsbilanz?
Seit seiner Gründung hat er mehr als 700 VMS-Unternehmen in 75 Branchen erworben. Und nur ein einziges verkauft, was er bis heute bedauert.
Er ist die treibende Kraft hinter dem anhaltenden Erfolg von CSU in den letzten Jahrzehnten.
Sein Geheimrezept?
Bedingungslose Fokussierung auf "Skin in the Game".
Von Gründern geführte Unternehmen.
Chart 2: Gründergeführte Unternehmen schneiden besser ab als der Rest (basierend auf dem S&P 500)

Die DNA beeinflusst alles
Die besten Unternehmen werden von Menschen geführt, die "Skin in the Game" haben und von Gründern geleitet werden.
Um es mit den Worten eines Laien auszudrücken: Wer "Skin in the Game" hat, ist ein Risiko eingegangen (finanziell, in Bezug auf den Ruf oder anderweitig), um ein Ziel zu erreichen.
Warum sind sie so erfolgreich?
Wir können es auf die Art und Weise zurückführen, wie der Gründer das Unternehmen von innen heraus aufgebaut hat.
Die DNA.
Sie beeinflusst alles.
Sie wird den Erfolg des Unternehmens nach aussen hin für lange Zeit prägen.
Exakt so hat Mark Constellation Software strukturiert, und genauso sucht er auch nach Übernahmezielen. Er möchte in Unternehmen investieren, deren Management liebt, was sie tun.
Das wirft die Frage auf, warum ein Gründer sein Geschäft überhaupt verkaufen würde?
Es gibt immer einen Moment, in dem der nächste Schritt im Leben ansteht, und jeder weiss, dass sein Erbe in guten Händen ist, wenn es von Mark übernommen wird.
Im Einklang mit seiner Philosophie kümmert er sich um seine Mitarbeiter, indem er ihnen eine gute Bezahlung, ein leistungsfähiges Aktienbonusprogramm (er gibt ihnen "Skin in the Game") und einen klaren Weg zum Aufstieg in der Karriereleiter bietet.
Die Steigerung des Engagements der Mitarbeiter durch eine transparente Ausrichtung ist ein wichtiges Anliegen der CSU, die dafür bekannt ist, dass viele Mitarbeiter allein durch den Besitz ihrer Aktien zu Millionären geworden sind.
Ein grossartiger Ort zum Arbeiten.
Chart 3: Fortune 100 Beste Unternehmen als Arbeitgeber

Bester Serien-Akquisiteur
Für mich sind Mark und Constellation Software der Inbegriff von Erfolg.
Mit ihrem Buy-and-Build-Investitionsansatz und der Absicht, sie für immer zu besitzen, wurden sie zum besten Serien-Akquisiteur der Welt.
Oder um es mit den Worten von arvy zu sagen: Sie sind eine höllische "Good Story".
Während die globalen Märkte hier und da auf Hindernisse stossen, hat die CSU seit ihrem Börsengang im Jahr 2006 einen unglaublichen Lauf hingelegt.
Ein unglaublich stetiger Lauf. Wie ein Schweizer Uhrwerk.
Wie diese Woche zu sehen war, spiegelt sich dies in der Tatsache wider, dass die Aktie kontinuierlich neue Höchststände erreicht. Neue Höchststände sind eines der aussagekräftigsten Zeichen des Marktes, dass etwas Gutes im Gange ist.
Um es mit den Worten von arvy auszudrücken, hat das Unternehmen auch einen hervorragenden "Good Chart".
CSU ist einer der besten Compounder resp. Dauerläufer der Welt und spiegelt in hohem Masse die Werte, die Mentalität und das langfristige Denken eines gründergeführten Unternehmens wider.
Ein wichtiger Grund dafür ist, dass sich das Unternehmen sehr um seine Mitarbeiter kümmert.
Denk mal einen Moment darüber nach.
Ja, wir lieben es auch.
Chart 4: Constellation Software seit IPO, 2006

arvy's Fazit: Mark Leonards Constellation Software ist nicht auf der Jagd nach Einhörnern, sondern auf der Suche nach kleinen, erfolgskritischen VMS-Unternehmen. Leonards DNA durchdringt das Unternehmen und fördert das Engagement der Mitarbeiter und langfristiges Denken. Als Serien-Akquisiteur gehört CSU zu den Besten der Welt. In seinem unermüdlichen Streben nach finanziellem Erfolg ist Mark Leonard ein Beispiel dafür, wie Werte und Menschen das grösste Kapital eines Unternehmens sein können.