Die erste Säule: Die AHV verstehen

Juni 16, 2023 3 Minuten Lesezeit

Die staatliche Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ist die erste Säule. Die AHV sichert den Grundbedarf. Darunter wird mehr verstanden als nur das Minimum zum Überleben, sondern «ein einfaches menschenwürdiges Leben im Alter. Die 1. Säule ist obligatorisch, das heisst es sind grundsätzlich alle Personen versichert, die in der Schweiz wohnen oder arbeiten und älter als 17. Jahre sind. Die AHV kann ab dem ordentlichen Rentenalter bezogen werden (Aktuell: Männer ab 65, Frauen ab 64). Das Rentenalter wurde in den letzten Jahren stark debattiert, da eine alternde Bevölkerung (Verhältnis von Rentnern zu Arbeitenden) voraussichtlich für finanzielle Engpässe bei der AHV führt. Aus diesem Grund gab es im September 2022 eine Abstimmung. Einfach gesagt, kann die aktuelle Schieflage behoben werden indem a) erwerbstätige Personen mehr einbezahlen b) die Rente gekürzt oder c) das Rentenalter angehoben wird. Eine AHV Rente liegt zwischen CHF 1225 und 2450 monatlich (alleinstehende) oder bei max. CHF 3675 für ein Ehepaar. Wichtig, die maximale AHV Rente wird nur ausbezahlt, wenn du ein genügend hohes Einkommen (>88’200/Jahr) und genügend Beitragsjahre (>44) erreicht hast.

Der Zweck der AHV

Die AHV bietet eine Grundrente (quasi ein Minimum) für Rentner sowie finanzielle Unterstützung für Hinterbliebene und hilfsbedürftige Menschen. Derzeit beträgt die AHV-Rente etwa min. CHF 1225 pro Monat für eine Person und max. CHF 3675 für ein Paar. Wenn das Renteneinkommen nicht zur Existenzsicherung ausreicht, helfen ausserdem Ergänzungsleistungen (EL), den nötigen Lebensbedarf zu decken.

Finanzierung der AHV:

Die staatliche Altersvorsorge beruht auf dem Umlageverfahren. Dabei fliesst das Geld, das die AHV von den aktiven Versicherten einnimmt, direkt zu den Pensionierten. Das heisst, aktuell erwerbstätige finanzieren die aktuellen Rentner. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

  1. Die Lebenserwartung: Wenn wir länger leben, beutet dies, dass wir länger von der AHV beziehen. Aktuell 81 Jahre bei Männern und 85.1 Jahre bei Frauen.
  2. Die Alterspyramide: das Verhältnis von «jungen zu alten» Menschen. Hier haben Faktoren wie Anzahl Kinder pro Frau, Lebenserwartung, Migration (Zu- und Abwanderung) Einfluss. Eine Dreiecksform bedeutet viele «junge», ein Dreieck auf dem Kopf viele «alte», sprich eine alte Gesellschaft. Wenn sich die Mehrheit von unten nach oben verschiebt, spricht man von einer alternden Gesellschaft.
  3. Löhne und Wirtschaft: Wie viele Personen arbeiten aktuell und wie viel verdienen diese (je mehr und je höher desto besser), da ein Rentner auf mehr erwerbstätige verteilt wird.

Die AHV wird zu 75% als Abgabe von deinem Lohn finanziert (die Abzüge bei deinem Lohnausweis). Die restlichen 25% werden vom Bund (Tabak & Alkoholsteuer), MwSt (1% der MwSt), und Casino-Besteuerung finanziert. Grundsätzlich ist jede Person beitragspflichtig die älter als 17. Jahre ist und erwerbstätig ist. Die Beiträge betragen aktuell 8.7% und werden zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitsnehmern bezahlt, betragen jedoch mindestens CHF 514 (<21'150 Einkommen/Jahr) und höchsten CHF 25’700 (>127'500/Jahr) im Jahr.

Was du wissen musst:

Um sicherzustellen, dass du genug Geld im Alter hast, ist es wichtig, die AHV in Verbindung mit der zweiten Säule der beruflichen Vorsorge und auch der dritten Säule zu betrachten. Es besteht auch die Möglichkeit, die AHV-Rente durch zusätzliches Sparen und Investieren zu ergänzen. Grundsätzlich gilt:

  • Ungewissheit der AHV Rente in Zukunft: da die AHV Rente von mehreren Faktoren abhängig ist, kannst du nicht davon ausgehen in 20-30 Jahren die gleiche Rente zu erhalten
  • Die AHV sorgt nur für eine Grundrente, das heisst um einen respektablen Lebensstil zu führen musst du deine Vorsorge mit der zweiten (beruflichen Vorsorge) und dritten (private Vorsorge) ergänzen.
  • Du musst aktuell mindestens 88'200 pro Jahr verdienen und mehr als 44 Beitragsjahre ausweisen um die Vollrente zu erhalten (CHF 2’450 Solo oder CHF 3’675 Ehepaar). Fehlende Beitragsjahre führen zu einer Rentenkürzung (2.27% pro Jahr)
  • Die AHV Rente wird in der Regel alle 2 Jahre angepasst (Preis und Lohnniveau)

Die AHV Rente reicht in der Regel kaum um das Leben zu finanzieren. Es lohnt sich daher ein zusätzliches, privates Polster für die Zukunft zu sparen.

https://arvy-preview.aramiko.ch/de/die-zweite-saeule-die-berufliche-vorsorge-verstehen